8. April 2020

Planungsrechnungen sind die Voraussetzung für Hilfskredite

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Um Hilfskredite erhalten zu können, benötigen mittelständische Unternehmen Planungsrechnungen. Denn Planungsrechnungen sind die Voraussetzung für Hilfskredite. Für viele Mittelständler ist das momentan die größte Herausforderung, denn ohne Planungsrechnung gibt es dementsprechend keine Liquidität. Dieser Beitrag wendet sich an die mittelständischen Unternehmen, die bislang nur rudimentäre Planungsrechnungen aufstellen mussten. Dabei sind diese natürlich nicht neu.

Für zahlreiche Unternehmen waren Finanzplanungen schon vor der Corona-Pandemie gelebte Routine, weil sie bereits fortlaufend an Kreditgeber und oder ihre Gesellschafter berichtet haben.

Um KfW-Hilfskredite zu bekommen, müssen alle Unternehmen ihre Planung für einen fremden Dritten dokumentieren. So gehen Sie dabei am besten vor.

Welche Planungsrechnungen fordern Banken von Ihnen an?

Aus den Erfahrungen unserer Mandanten wissen wir, dass Banken eine Liquiditätsplanung und darüber hinaus auch eine mittelfristige Ertrags- und Rentabilitätsplanung sehen wollen.

Was ist eine Liquiditätsplanung?

Die Liquiditätsplanung ist ein Blick in die finanzielle Zukunft eines Unternehmens. Sie beschreibt die Entwicklung der liquiden Mittel für einen Planungszeitraum. Darin steht auch, wann vorhandene Gelder und die bereits vorhandenen Kreditlinien aufgezehrt sein werden.

Der Planungszeitraum muss aufzeigen, wie erhaltene Hilfskredite wieder zurückgeführt werden. Konkret bedeutet das einen zeitlichen Horizont, der sich auf die gesamte Laufzeit eines Hilfskredites erstreckt.

Was ist eine Ertragsplanung?

Eine Ertragsplanung zeigt, wie sich das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Anlagevermögen und Firmenwert (EBITDA) und das Jahresergebnis im Planungszeitraum entwickelt. Daraus lässt sich ablesen, ob ein Unternehmen profitabel ist und ab wann ein Unternehmen in die Verlustzone gerät.

Der Planungszeitraum der Ertragsplanung sollte mit dem der Liquiditätsplanung übereinstimmen. Eine sinnvolle Ertragsplanung zeigt, dass ihr Unternehmen spätestens am Ende des Planungshorizonts wieder profitabel sein wird.

Was ist eine Rentabilitätsplanung?

Eine Rentabilitätsplanung weist die Verzinsung des eingesetzten Kapitals aus. Man spricht auch von einer Return-on-Investment-Rentabilitätsplanung (ROI) oder von einer Return-on-capital-employed-Rentabilitätsplanung (ROCE).

Konkret kann das bedeuten, dass Sie neben einer Ertragsplanung auch eine Planbilanz aufstellen müssen. Die gehört zu einer vollständigen Finanzplanung dazu. Fordert Ihre Bank aber keine an, dann verzichten Sie im ersten Schritt darauf.

Es gibt andere Wege, mit denen Sie Rentabilitäten darstellen können. Das funktioniert auch in Form der Margen-Entwicklung, der Entwicklung von Aufwandsquoten und der Umsatzrentabilität. Der Planungshorizont ihrer Rentabilitätsplanung sollte mit dem der Ertrags- und Liquiditätsplanung übereinstimmen.

Darauf sollten Sie bei Planungsrechnungen achten

Sammeln Sie alle erforderlichen Informationen des letzten vollen Geschäftsjahres aus der Buchführung. Analysieren Sie die Daten. Welche Aufwendungen und Erträge werden wegfallen, welche kommen noch hinzu, welche ändern sich in der Höhe?

Bestimmen Sie als nächstes ihre Ausgaben als den Abfluss der Liquidität, zum Beispiel für die Tilgung von Verbindlichkeiten.

So verschaffen Sie sich einen Überblick über die Entwicklung Ihrer flüssigen Mittel. Im Saldo ergibt sich daraus Ihr Liquiditätsbedarf.

Wie stelle ich sicher, dass meine Planung korrekt ist?

Das wissen Sie erst, wenn Sie im Laufe der Zeit Ist- und Planungszahlen gegenüberstellen. Im Vorfeld heißt das Zauberwort Plausibilität. Ihre Planungsrechnungen sollten fundiert, nachvollziehbar und plausibel sein. Als Beleg dafür ziehen Fachleute zum Beispiel die Vorjahresdaten heran oder sie vergleichen die Ergebnisse der Rentabilitätsplanung im Zeitablauf miteinander. Banken ziehen auch Branchenkennzahlen als Vergleichsmaßstab heran.

Wichtig ist, dass Sie ihre Planungsrechnungen laufend aktualisieren, so realisieren Sie schnell Änderungen und können vorhersagen, wie diese sich über den Planungszeitraum auswirken werden.

Eine Planungsrechnung ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein Prozess, in dessen Verlauf Sie verändernde Annahmen und tatsächliche Entwicklungen berücksichtigen sollten.

Unser Beratungsangebot

Wir können Sie bei all diesen Aufgaben kurzfristig und pragmatisch unterstützen. Wir haben Erfahrung und setzen nützliche Tools ein, mit denen wir Ihren Planungsprozess gemeinsam strukturieren.

Selbstverständlich sind wir auch beim Thema Plausibilität der Planung und der Implementierung des fortlaufenden Planungsprozesses an Ihrer Seite. Sprechen Sie uns an.

Johannes Dähnert

CSO, CCO, CHRO, Partner, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

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