22. Februar 2021

Businessplan erstellen und was Sie dabei beachten müssen

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In unserem Blogbeitrag zur Existenzgründung sind wir bereits ausführlich auf viele der Themen eingegangen, die (angehende) Unternehmer:innen vor einer Gründung beachten sollten. Ein besonders wichtiger Punkt dabei ist der Businessplan. In unserem Blogbeitrag erläutern wir Ihnen, warum Selbstständige einen Businessplan für ihre Selbstständigkeit benötigen. Außerdem erklären wir Ihnen, wie Sie einen Businessplan erstellen und was Sie dabei jeweils beachten müssen. 

Das ist ein Businessplan

In einem Businessplan wird erklärt, worum es bei der Existenzgründung konkret geht. Dabei wird gleichzeitig der notwendige Kapitalbedarf ermittelt und eine Einschätzung der Erfolgsaussichten des Gründungsvorhabens vorgenommen.

Darum benötigen Sie einen Businessplan

Die Anfertigung eines Businessplan kann viele verschiedene Gründe haben:

  • Er ist die Voraussetzung, damit Sie öffentliche Fördergelder oder Kredite beantragen können,
  • Investoren gewinnen,
  • zur Darlegung und Überprüfung des Gründungsvorhabens.

Auch Dritte benötigen Ihren Businessplan. So entscheiden beispielsweise Banken anhand des Businessplans, ob sie Gründer:innen einen Kredit gewähren oder nicht. Wichtig bei der Erstellung eines Businessplans ist, dass zunächst abgestimmt wird, wem er vorgelegt werden muss. Im Anschluss daran ist der Inhalt des Businessplans entsprechend zu strukturieren.

Businessplan erstellen – das müssen Sie besonders beachten

Wichtig ist eine klare Gliederung sowie ein einfacher und verständlicher Schreibstil. Er muss dabei allerdings auch professionell wirken. Vergessen werden darf dabei allerdings nicht das Layout. Denn auch optisch sollte der Businessplan überzeugen. Daher sollte eine ansprechende Vorlage ausgewählt werden.
Das Ziel eines Businessplans ist klar: Adressatinnen und Adressaten müssen von Ihrem Gründungsvorhaben überzeugt werden. Nach dem Lesen müssen sie davon ausgehen können, dass Sie als Gründer:in das notwendige Know-how besitzen, um mit der Idee erfolgreich zu sein.

Die Inhalte eines Businessplans

Executive Summary (= Zusammenfassung der Geschäftsidee)

  • Darstellung von Zielen, Chancen und Risiken
  • soll das Interesse des Lesers an dem Gründungsvorhaben wecken

Darstellung des Gründers / der Gründer

  • Vorstellung des Gründers / der Gründerin samt Lebenslauf
  • Darstellung von Qualifikation und Know-how
  • Branchenkenntnisse, kaufmännische Kenntnisse
  • dient dem Adressaten / der Adressatin des Businessplans (beispielsweise der Bank) dazu, eine belastbare und verlässliche Einschätzung des Gründers, der Gründerin oder der Gründer:innen zu gewinnen

Geschäftsidee: Produkt / Dienstleistung

  • ausführliche Darstellung der Geschäftsidee und evtl. Besonderheiten
  • hervorheben von Besonderheiten
  • Unternehmensziel (kurz- und langfristig?)
  • Standortwahl

Marktanalyse und Wettbewerb

  • Darstellung des Zielmarktes
  • Definition Kunden (sind eventuell bereits Referenzkunden vorhanden?)
  • Analyse des Wettbewerbs / der Konkurrenz (wer ist die Konkurrenz, wo sitzt diese, welche Stärken / Schwächen bestehen gegenüber der Konkurrenz?)
  • Welche Maßnahmen werden ergriffen, um sich von der Konkurrenz abzuheben?

Marketing

  • Darstellung des Angebots sowie des Nutzens für den Kunden
  • Vertrieb (beispielsweise auch die Kosten dafür)
  • Werbung (welche Werbemaßnahmen sollen eingesetzt werden?)

Rechtsformwahl, Organisation und Personal

  • Darstellung der gewählten Rechtsform sowie Darlegung der Gründe dafür
  • geplante Organisation
  • Einschätzung benötigter Personalbedarf zur Umsetzung des Gründungsvorhabens
  • Personalbedarf und Beschaffung von Personal

Finanzplan und Finanzierung

  • besteht aus verschiedenen Komponenten (zum Beispiel: Rentabilitäts-, Investitions-, Umsatz-, Kosten-, Finanzierungs- und Liquiditätsplan)
  • Welche Sicherheiten sind vorhanden?

Anhand der oben genannten Planrechnungen werden unter anderem der zu erwartende Umsatz beziehungsweise die zu erwartenden Kosten für einen Prognosezeitraum von – in der Regel drei Jahren – ermittelt. Außerdem Stellen Sie als Unternehmer:in einen Plan über die zu tätigen Investitionen im Planungszeitraum auf. Hieraus lässt sich dann der Finanzierungsbedarf und die am Ende verbleibende Liquidität ableiten.

Anlagen

  • Lebenslauf, Nachweise Qualifikationen
  • Entwurf Gesellschaftsvertrag
  • Entwurf Mietvertrag
  • Referenzen

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nur um eine beispielhafte Aufzählung handelt. Je nach Gründungsvorhaben und Adressaten des Businessplans kann Ihre ganz persönliche Aufstellung davon abweichen.

Unsere  Einschätzung

Die Erstellung eines Businessplans ist in der Gründungsphase eines Unternehmens unter anderem wichtig, um Existenzgründungshilfen (beispielsweise den „Gründungszuschuss”) oder auch Kredite zu erhalten.
Gleichzeitig setzen Sie sich hierdurch intensiv mit Ihrem Gründungsvorhaben sowie den wirtschaftlichen und strategischen Zielen auseinander. Hierbei werden auch direkt zu Anfang Hindernisse und Herausforderungen sichtbar. Das ist für eine Gründung und einen langfristigen Erfolg des Unternehmens besonders wichtig.
Somit ist der Businessplan nicht einfach nur ein notwendiges Übel zur Erlangung eines Kredits oder einer Förderung, sondern die Grundlage für Ihren Erfolg. Eine beispielhafte Vorlage für einen Muster-Businessplan stellt beispielsweise die IHK München zur verfügung.

Sprechen Sie uns gerne an, falls Sie einen Businessplan erstellen möchten und dabei Hilfe benötigen.

 

Stefanie Anders

Partnerin, Steuerberaterin, Fachberaterin Gesundheitswesen (IBG/ HS Bremerhaven), Fachberaterin für Controlling und Finanzwirtschaft (DStV e.V.)

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